Informationstechnik und Behinderung



Der Computer als Medium im Unterricht

am Beispiel einer Unterrichtseinheit in einer Lernhilfeschule

Anke Detering

Quelle: FIfF-Kommunikation, 13. Jahrgang, Heft 2.



An der Uni Bremen gibt es seit 1997 die Möglichkeit des Zertifikatsstudium "Informationstechnische Grundbildung - Lehrerausbildung" (ZSt ITG-L). In einem Umfang von 16 SWS kann das Universitäts-Zertifikat während der ersten Lehrerausbildung erworben werden. Diese Zusatzqualifikation bietet eine wissenschaftliche Aufbereitung von Informationstechnik und Neuen Medien in der Gesellschaft und in der Lehre. Im Rahmen meines Studiums der Behindertenpädagogik/Lehramt wurde mein Interesse geweckt, dieses Angebot auf die Schule für Lernbehinderte zu übertragen. Ich wollte mich damit beschäftigen, wie der Einsatz von Computern an einer Lernhilfeschule aussehen könnte.

Zur Lernhilfeschule

Vor ca. 120 Jahren wurde die Schulpflicht eingeführt. In der Sonderpädagogik wurde anfangs von Hilfsschülern gesprochen, später änderte sich der Begriff von Sonderschüler in lernbehinderte Schüler. Anstelle von Sonderschule oder Lernbehindertenschule wird heutzutage von der Schule für Lernhilfe gesprochen (obwohl die Bezeichnung "Sonderschule" noch weit gebräuchlich ist und inhaltlich das gleiche meint). Der Grundstein des Sonderschulwesens beruht auf der Industrialisierung Europas. Lernversager fielen durch das Raster der gesuchten qualifizierter Arbeitskräfte, was dazu führte, dass es 1914 bereits ein ausdifferenziertes Sonderschulwesen gab.

Während der NS-Zeit wurde auf die Förderung von lernschwachen Schülern verzichtet und es wurden zu dieser Zeit keine Sonderschullehrer mehr ausgebildet. Dies änderte sich erst 1949 wieder mit der Gründung des "Verbandes deutscher Hilfsschulen". In den folgenden Jahren stieg die Zahl der Sonderschulen an. Seit Anfang der 70er Jahre finden Integrationsdiskussionen statt, die immer wieder für neue Ansichten, aber nur geringe Veränderungen in den Lernhilfeschulen geführt haben.

Das Ziel einer Lernhilfeschule ist, Schüler mit erheblichen Lernschwierigkeiten pädagogisch zu fördern. Die Schulen arbeiten nach den Richtlinien und Lehrplänen der verschiedenen Bundesländer, die inhaltlich sehr unterschiedlich sind. Die Pflichtschulzeit beträgt 9 Jahre.

Zum Begriff "Lernbehinderung"

Es ist schwer, den Begriff "Lernbehinderung" präzise zu beschreiben. Er wird angewendet für langdauernde, nicht nur vorübergehende Beeinträchtigungen der Fähigkeit im Rahmen des üblichen Unterrichts ausreichenden Lernerfolg zu erreichen. Die Zuschreibung als "lernbehindert" stellt einen schulischen Verwaltungsakt dar, sie ermöglicht dem Schüler u.U. den Anspruch auf den Besuch einer Lernhilfeschule. Bleidick (1998) bringt den Begriff "Lernbehinderung" auf eine einfache Formel: Lernbehindert ist, wer eine Schule für Lernbehinderte besucht. Außerhalb der Schule werden die Schüler oft nicht als lernbehindert angesehen. Die Erkennungsmerkmale sind offensichtlich nicht so deutlich wie bei einem körperbehinderten oder geistig behinderten Menschen.

Als Ursache für Lernbehinderungen sieht Bleidick die Einflüsse der Umwelt, die sozialen Zuschreibungsprozesse und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Beeinflussende Faktoren für das Kind sind z.B. die Wohn- und wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie, aber auch, wie viel Anregung und Leistungsmotivation das Kind innerhalb seiner Familie bekommt. Soziale Zuschreibungsprozesse sind gleichzusetzen mit der Etikettierung eines lernbehinderten Menschen. Viele Menschen, auch Lehrer, trauen sogenannten lernbehinderten Menschen wenig zu. Oft werden sie als dumm und faul verurteilt. Dies beginnt meist in der Grundschule, setzt sich fort und wird mit dem Eintritt in die Lernhilfeschule gefestigt. Oft werden die Menschen auch im Berufsleben weiter damit konfrontiert.

Eine Unterrichtseinheit in einer Lernhilfeschule

Bestandteil der Lehrerausbildung an der Uni Bremen sind zwei Unterrichtseinheiten (im folgenden UE abgekürzt) anhand derer die Studenten praktische Erfahrungen im Vorbereiten, Durchführen und Auswerten einer Unterrichtssequenz bekommen sollen. An einer kleinen Lernhilfeschule im Bundesland Niedersachsen hatte ich im Jahre 98 und 99 die Möglichkeit, den Computereinsatz in einer 9. Klasse umzusetzen. Unterstützung bekam ich von dem Lehrer der Klasse, einem Sonderpädagogen, der an dieser Schule das "Computerwesen" aufgebaut hatte.

ITG oder der Computer als Medium im Unterricht

Die Informationstechnische Grundbildung ist derzeit nicht Bestandteil des Lehrplanes einer Lernhilfeschule in Niedersachsen. Es gibt Empfehlungen der Bund-Länder-Kommission von 1987, worin mögliche Ziele für den Einsatz der Neuen Technologien in der Schule beschrieben sind. Diese ITG Aspekte zu berücksichtigen hätte für mich bedeutet, die Computerarbeit im Unterricht in den Vordergrund zu stellen und mit den Schülern gezielt Kompetenzen im Umgang mit dem PC aufzubauen. Die Alternative war, den Computer als Medium zur Bearbeitung eines Themas zu nutzen.

Die Planung der Unterrichtseinheit

Den Planungen für die Unterrichtseinheit ging eine Phase des Kennenlernens in Form von Hospitationen voraus. Diese 9. Klasse beschäftigte sich seit ihrem 7. Schuljahr mit dem Computer, so dass ihnen dieses Medium schon bekannt war, als ich mein Praktikum begann. Für meine spätere UE bedeutete das, dass ich auf Grundkenntnisse im Umgang mit dem Computer zurückgreifen konnte.

Ich wollte für die UE im Rahmen von mindestens 12 Unterrichtsstunden einen Themenbereich bearbeiten, der sich gut mit dem Medium Computer verknüpfen ließ und den Rahmenrichtlinien einer 9. Klasse der Lernhilfeschule entsprach. Aus diesen Überlegungen habe ich die Unterrichtseinheit mit dem Titel "Russland mit dem Medium Computer erfahren" entwickelt:

Wissensvermittlung über Russland
Das in der Klasse benutzte Erdkundebuch "Geographie" 3 von 1994 behandelte thematisch noch die UdSSR. Es war daher für mich ein guter Ansatzpunkt, die aktuellen politischen Veränderungen und die Aufspaltung der UdSSR zu thematisieren.

Nutzung des Mediums Computer fächerintegriert in den Unterricht
Ein Medium fächerintegriert im Unterricht zu nutzen, bedeutet, dass die Schüler ein spezielles Medium gebrauchen, um damit im Unterricht zu arbeiten. Solche Medien können z.B. Bücher, Videos oder Audiocassetten sein. Ich wollte mich während meiner UE spezieller auf den Einsatz des Computers konzentrieren. Fächerintegriert bedeutet, dass der Computer im Rahmen der üblichen Unterrichtsfächer eingesetzt wird und nicht speziell Computerunterricht stattfindet. Eines meiner Unterrichtsziele war, dass die Schüler den Umgang mit strukturierten Datenbanken (CD-ROMs) erlernen. Die Schüler sollten lernen, sich Informationen aus diesen zu beschaffen und sie auszuwerten. Eine Hilfestellung sollten sie in Form von Arbeitsblättern zu dieser Thematik bekommen. Die Schüler sollten erkennen, dass sie von thematisch unterschiedlich aufgearbeiteten CD-ROMs Informationen erhalten, die sie gezielt im Unterricht, und darüber hinaus, einsetzen und bearbeiten können.

Das Arbeiten mit dem Computer
Durch den Umgang mit dem Computer sollte die Unsicherheit vor diesem Medium immer mehr abgebaut und gezieltes Arbeiten um Unterricht aufgebaut und gefestigt werden. Der Computer sollte nicht als Spielgerät erlebt werden, sondern eine andere Bedeutung bekommen als Hilfestellung, um sich Informationen zu beschaffen, Texte am Computer entwerfen und aufzeichnen zu können sowie eine andere Art von Gruppenarbeit zu probieren und zu erleben. Für mich war ein Ziel, dass sich die Schüler mit einem Medium beschäftigen, welches in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt und mit dem sie sich vielleicht schon während ihrer Lehrzeit auseinandersetzen müssen.

Die Klasse

Die 9. Klasse setzte sich aus insgesamt 13 Schülern im Alter zwischen 15 und 17 Jahren zusammen, was einer durchschnittlichen Klassengröße einer Lernhilfeschule entspricht. Die Überzahl von männlichen Schülern (9 gegenüber 4 weiblichen) ist ebenfalls ein typisches Bild in einer Lernhilfeschule. Die Schüler hatten überwiegend eine Lernschwäche oder Lernbehinderung. Das Lern- und Leistungsvermögen war sehr unterschiedlich: So konnte einer der Schüler im 9. Schuljahr nur eingeschränkt Lesen und Schreiben, andere dagegen waren für den Besuch einer weiterführenden Schule vorgesehen, um dort ihren Hauptschulabschluss zu erwerben. Diese Unterschiede mussten im Unterricht berücksichtigt werden. Im 9. Schuljahr standen die Schüler kurz vor dem Erwerb des Sonderschulabschlusses.

Das Sozialverhalten in der Klasse war schwierig. Es gab keine klaren Hierarchien unter den Schülern, d.h. jeder "kämpfte" für sich. Es gab immer wieder Streit und auch handgreifliche Auseinandersetzungen. Der gegenseitige Respekt fehlte teils, was sich im Unterricht dadurch ausdrückte, dass die Schüler wenig Bereitschaft zeigten, sich gegenseitig zuzuhören. Ebenso war es nicht einfach, Gruppen zur Zusammenarbeit am Computer zu bestimmen.

Die räumliche Ausstattung

In der Schule gab es einen gesonderten Computerraum mit 5 Rechnern (Multimedia PC´s 166 oder 233 Mhz / 32 MB Hauptspeicher mit CD-ROM Laufwerk, 17 Zoll Bildschirmen), sowie 3 Drucker und 1 Scanner. Einen Internet-Anschluss gab es zu der Zeit noch nicht (3/99), ist aber mittlerweile eingerichtet.

Das Arbeiten mit dem Computer während der UE

Die Durchführung der UE erstreckte sich über 3 Wochen mit insgesamt 15 Unterrichtsstunden. Die Schüler haben in 2er bzw. 3er Gruppen jeweils eine Doppelstunde gearbeitet. Für Schüler mit einer Lernbeeinträchtigung oder Lernbehinderung ist es wichtig, dass sie Arbeitsaufträge nach ihrem Leistungsvermögen differenziert bekommen. Lernschwache Schüler sollen nicht überfordert, leistungsstarke Schüler nicht unterfordert werden. So haben die insgesamt 5 Gruppen immer vom Schweregrad verschieden abgestufte Arbeitsblätter bekommen. Ohne diese genauen Arbeitsaufträge und Hilfestellungen wären die meisten Schüler dieser Klasse überfordert gewesen. Sie benötigten eine Struktur, einen "Roten Faden", an dem sie sich orientieren konnten. Um die Angebotspalette der CD-ROMs gut einzuschränken, haben wir mit dem "Encarta-Weltatlas" und der Enzyklopädie, sowie mit "Meyer-Weltgeschichte" und dem "Bertelsmann-Lexikon" gearbeitet.

Die Schüler haben anfangs Städte, Flüsse oder Seen Russlands auf der Landkarte am PC gesucht, sich mit bekannten Personen Russlands oder Texte zu bekannten Gebäuden wie dem "Kreml" oder der "Basiliuskathedrale" geschrieben. Jeder Arbeitsauftrag war schriftlich von mir formuliert, so dass die Schüler jeder Zeit Orientierung fanden, was sie genau zu tun haben. Ebenso haben sie eine Beschreibung bekommen, wie sie auf der CD-ROM an die gewünschten Informationen kommen.

Beim Arbeiten im Computerraum gab es Rituale, die von den Schülern einzuhalten waren. Es durfte kein PC ohne vorherige Erlaubnis der Lehrkraft eingeschaltet werden, ebenso das Einlegen der CD-ROM oder das Ausdrucken der Arbeitsergebnisse. Diese vielleicht streng klingenden Auflagen verhinderten zum einen, dass die Schüler unüberlegt und wahllos mit ihrer Arbeit begannen, zum anderen, dass durch unüberlegtes Handeln ein Durcheinander entstand. Meine Aufgabe bestand oft darin, einer Gruppe wieder auf den richtigen Pfad zu helfen.

Beispiel einer Unterrichtsstunde

Das Thema dieser 4.+5. Unterrichtsstunde war "Bedeutende Personen Russlands". Nachdem die Schüler sich in den Stunden vorher mit dem Encarta-Weltatlas die geographische Lage Russlands erarbeitet hatten, ging es in diesen Stunden um die Personen Lenin, Stalin, Gorbatschow und Jelzin. Gearbeitet wurde mit der CD-ROM "Meyer-Weltgeschichte". Diese CD-ROM war den Schülern vorher nicht bekannt. Daher habe ich an einem PC eine kurze Einführung in die Handhabung dieses Mediums demonstriert. Wir hatten feste begriffliche Vereinbarungen wie linke oder rechte Menüleiste abgesprochen. Das war zum gemeinsamen Verständnis wichtig, damit auch die Arbeitsblätter richtig verstanden werden können.

Arbeitsblatt 'Stalin'
Arbeitsblatt "Stalin"

Die Schüler hatten durch das Arbeitsblatt eine gezielte Aufgabenstellung, die eingeschränkt und für sie übersichtlich war. Es war dadurch ein Mindestmaß an Aufgaben von mir gefordert, welches sie nach Möglichkeit schaffen sollten und gut geschafft haben. Sie hätten aber beliebig in einer neuen Textdatei noch weitere Informationen festhalten können (darauf haben die Schüler aber verzichtet und noch in der Meyer-Weltgeschichte "rumgestöbert"). Die Schüler mussten eine Struktur herausfinden, um an die gewünschten Informationen zu gelangen. Für einige Schüler stellte dies eine Anforderung dar, die sie aufgrund mangelnder Konzentration oder impulsiven Arbeitsstils nicht ohne Fehler bewältigen konnten. In diesen Gruppen war dann mehrfach die Hilfe einer Lehrkraft nötig, sie auf den "richtigen Pfad" zu bringen.

Ein wichtiger Punkt während der UE war das "Ergebnisse sichern". Es reichte nicht aus, dass die Schüler am PC Informationen suchten und diese irgendwie festhielten. Mir war wichtig, dass die Schüler den anderen darstellten, was sie erarbeitet hatten. Daher hatte ich Ergebnisblätter vorbereitet, anhand derer zum Schluss der Stunden in der gesamten Klasse besprochen wurde, was die Gruppen erarbeitet hatten. Diese Ergebnisse, die ausgedruckten Bilder der Personen, sowie auch alle anderen Arbeitsergebnisse, wurden während der gesamten UE im Computerraum aufgehängt. Das war eine positive Bestätigung für die Schüler. Zum Abschluss sollten die gesamten Arbeitsergebnisse in Form einer Ausstellung im Schulflur ihre Würdigung finden.

Ergebnisse der Arbeit mit dem Computer

Die Schüler haben während der UE intensiv am Computer gearbeitet. An die oben beschriebenen Rituale haben sie sich überwiegend halten können. Es gab mehrmals Streit wegen der Gruppeneinteilung bis hin zur totalen Arbeitsverweigerung eines Schülers. Das Arbeiten mit den Arbeitsaufträgen und den Arbeitsblättern haben die Schüler gut bewältigt. Das Arbeiten mit den CD-ROMs ist insgesamt positiv verlaufen. Dennoch gab es einige interessante Beobachtungen. Für einige Schüler ist eine strukturierte Datenbank zu unübersichtlich. Es fiel ihnen schwer, einen Pfad zu finden, auf dem sie an gewünschte Informationen kamen. Einige Schüler wurden ungeduldig, da sie das Prinzip des Aufrufens der vorherigen Seite auf der CD-ROM nicht gut genug verfolgen konnten und Seiten nicht wiederfanden. Bei der Arbeit mit strukturierten Datenbanken muss der Benutzer viel Text erlesen. Besonders die leseschwachen Schüler waren in diesem Punkt sehr gefordert, da sie es nicht gewohnt waren, derartig lange Texte zu lesen. Bei einigen Schülern führte dies zu oberflächlichem Arbeiten; sie lasen Texte nur genauer, wenn sie glaubten, Fragen auf ihre Antworten zu bekommen. Aus der Gewohnheit eines zu impulsiven Handelns ohne ausreichende Orientierung (d.h. sie gucken nicht genau hin und arbeiten überhastet) traten Fehler im Bedienen des Computers oder Druckers auf. Bspw. ging der Mausklick "daneben", da die Schüler nicht exakt die richtige Plazierung des Cursers abwarteten. Einige Schüler waren mit der Anforderung an ihre feinmotorischen Präzision überfordert. Die Schüler benötigten mehrfach die Aufforderung, mit Ruhe zu arbeiten und ihre Ungeduld zu zügeln.

Durch die Gruppenarbeit sind viele dieser beschriebenen Faktoren kompensiert worden. Die Schüler konnten sich gegenseitig helfen und evtl. Schwachpunkte ihres Partners ausgleichen. Wichtig war für die Schüler, dass sie jederzeit durch mich und den Lehrer einen Ansprechpartner hatten. Gerade wenn etwas nicht so funktionierte, wie die Gruppe sich das vorstellte, brauchten sie jemanden, der ihre Ungeduld abfing.

Mein Fazit der UE

Mein Versuch, den Computer im Rahmen einer Unterrichtseinheit als Medium einzusetzen, war eine positive Erfahrung. Diese 9. Klasse war in der Lage, mit dem Computer zu arbeiten. Den Computer fächerintegriert im Unterricht einzusetzen, erfordert eine andere Art der Unterrichtsform. Bei einer angepassten Differenzierung auf die Lernausgangslage der Schüler erscheint es mir lohnend und sinnvoll, den Unterricht unter Einbeziehung dieses Mediums durchzuführen. Auf eine fertig aufbereitete Lernsoftware zu verzichten und ausschließlich auf strukturierte Datenbanken zurückzugreifen, war eine interessante Erfahrung. Meine Vorstellung für die zukünftige Arbeit mit dieser Klasse wäre gewesen, die vorgegebenen Hilfen auf den Arbeitsblättern immer weiter zu reduzieren, und die Selbstständigkeit der Schüler nach und nach anzuregen. Ein fernes Ziel könnte sein, dass die Schüler sich selbst eine Struktur erarbeiten und begreifen, wie sie an Informationen gelangen, die sie für ihre Arbeit benötigen.

Damit der Computer nicht wahllos und vom Engagement der Lehrkräfte abhängig im Unterricht eingesetzt wird, halte ich es für erforderlich, dass ITG-Lehrpläne für die Lernhilfeschule eingeführt werden. Computerarbeit sollte fester Bestandteil des Unterrichts mit formulierten Lernzielen werden. Es ist notwendig, dass bei zukünftigen Planungen zur Umsetzung der Neuen Technologien in der Schule die Lernhilfeschule Berücksichtigung findet.


Literatur

Bleidick, U. (Hrsg.) (1998): Einführung in die Behindertenpädagogik II, 5. Auflage, Stuttgart.

Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (1987): Gesamtkonzept für die Informationstechnische Bildung, Heft 16.

Hugo, F. (1998): Computer in der Schule. Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen in der (Sonder)Schule, Hohengeren.

Kretschmann, R. (1998): Lernstörung und Lernbehinderung, Reader zur gleichnamigen Veranstaltung, Uni Bremen.


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Quelle: FIfF-Kommunikation, 13. Jahrgang, Heft 2.
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Letzte Änderung: 03.07.2000

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