Geschichte und Ziele der FIfF-Regionalgruppe Bremen

Die FIfF-Regionalgruppe in Bremen ist aus einer Friedensinitiative am Fachbereich Mathematik und Informatik der Universität Bremen, die seit 1983 bestand, hervorgegangen und im Oktober 1986 offiziell gegründet worden. Wegen dieser Wurzeln hat sich die Regionalgruppe in den ersten Jahren in ihrer inhaltlichen Arbeit weitgehend auf den Komplex Informatik und Rüstung konzentriert und eine Reihe von Aktivitäten zu diesem Thema entfaltet. Erst in den letzten Jahren haben wir versucht, uns auch mit anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen der Informatik stärker auseinanderzusetzen. Die Chronologie der Ereignisse gibt darüber einigen Aufschluß.

Der Grundgedanke des FIfF, daß Informatikerinnen und Informatiker für die immensen gesellschaftlichen Auswirkungen ihres Faches und der damit verbundenen Technologie verantwortlich oder zumindest mitverantwortlich sind, ist im Studiengang Informatik der Universität Bremen fest verankert, denn Informatik und Gesellschaft ist hier von Anfang an ein auch personell abgesichterter Teil von Lehre und Forschung. Für die Regionalgruppe ist das ein Vorteil, denn ihre Aktivitäten treffen im universitären Raum auf viel Einverständnis und Sympathie. Gleichzeitig bringt diese Situation aber auch Nachteile. Denn wenn Studierende schon im Studium mit gesellschaftlichen Fragen befaßt sind und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berufsmäßig gesellschaftliche Aspekte in ihre Arbeit einbeziehen, fällt ein wichtiges Motiv für die Mitwirkung in FIfF fort. Deshalb war und ist die Regionalgruppe in ihrem aktiven Kern klein, zu dem aber Mitglieder von außerhalb der Universität gehören. 1994 organisierten wir die 10. FIfF-Jahrestagung in Bremen, was neue Kräfte freisetzte.

Koordiniert auf den monatlichen Treffen entfaltet die FIfF-Regionalgruppe Bremen vielfältige Aktivitäten, die oft in Veranstaltungen, Veröffentlichungen und andere Aktionen münden. Oft geht es dabei um Aspekte des leider immer noch aktuellen FIfF-Gründungsthemas Rüstung und Informatik - dazu trägt nicht zuletzt auch die Situation Bremens als großer (auch High-Tech-)Rüstungsstandort mit gleichzeitig gravierenden wirtschaftlichen Problemen bei. In jüngerer Zeit hat sich die FIfF-Regionalgruppe ferner in die Diskussion um die "Asylcard" eingeklinkt und auf die Gefahren der Überwachung und Kontrolle von Flüchtlingen aufmerksam gemacht. Insgesamt darf man sicherlich konstatieren, daß die Bremer FIfF-Gruppe zu den aktivsten Regionalgruppen des FIfF zählt.

Über die Jahre hinweg haben Mitglieder der FIfF-Regionalgruppe eine Vielzahl von Lehrveranstaltungen zu FIfF-relevanten Themen an der Universität Bremen angeboten und waren mit Vorträgen und Sonderveranstaltungen auch außerhalb der Universität präsent. Regelmäßig beteiligt sich die FIfF-Regionalgruppe Bremen mit einem Stand am Projekttag des Studiengangs Informatik der Universität und führt Informationsveranstaltungen für Studierende an Universität und Hochschule Bremen durch.

Einige Mitglieder der Regionalgruppe Bremen haben sich auch überregional an den Aktivitäten des FIfF beteiligt, wobei insbesondere die Mitwirkung von Peter Löhr, Reinhold Franck, Hans-Jörg Kreowski sowie aktuell Werner Hülsmann und Ralf E. Streibl im Vorstand erwähnt werden soll. Insbesondere Reinhold Franck als Vorsitzender hatte maßgeblichen Einfluß auf die Entwicklung und Sichtbarkeit des FIfF, bis sein Unfalltod dem ein jähes Ende setzte. (Siehe dazu den Informatik-Fachbericht 309, der 1992 beim Springer-Verlag mit dem Titel Informatik zwischen Wissenschaft und Gesellschaft - zur Erinnerung an Reinhold Franck erschienen ist.)

In der "FIfF-Kommunikation", der vierteljährlichen Zeitschrift des FIfF, erscheinen immer wieder Beiträge von Bremer FIfF-Mitgliedern. Darüber hinaus wurde in Bremen in den letzten Jahren mehrfach die Schwerpunktredaktion einzelner Hefte übernommen (3/96: Rüstung, 1/97: Vom Internet zum Informationsuperhighway - Auf schiefer Bahn in die Informationsgesellschaft?, 3/98: homo ludens - Spielende Gestaltung der Multimedia-Gesellschaft, 2/2000: Informationstechnik und Behinderung).

Ende 1999 beschloß die FIfF-Regionalgruppe Bremen, die FIfF-Jahrestagung 2001 in Bremen auszurichten - in zeitlicher und räumlicher Nähe zu einer Internationalen Konferenz über Computer und Gesellschaft.

Hans-Jörg Kreowski, Karin Vosseberg, Ralf E. Streibl


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Letzte Änderung: 29.06.2000