Stellungnahme zum Krieg in Jugoslawien

Beendet den Krieg sofort!


Die Annahme, daß durch militärischen Druck eine friedliche Verhandlungslösung des Kosovo-Konflikts erreichbar sei, hat sich nicht bestätigt. Ebensowenig haben sich Erwartungen erfüllt, daß in diesem High-Tech-Präzisionskrieg eine schnelle Konfliktlösung herbeigeführt werden könne.

Das politische Verhalten von Präsident Milosevic und seiner Führungsmannschaft und die brutale Unterdrückung der Selbstbestimmungsabsichten der Kosovo-Albaner sind zutiefst verabscheuungswürdig. Schon seit Tagen ist jedoch offensichtlich, daß die unablässigen Bombardements das angegebene Ziel - den Schutz der Menschen im Kosovo vor Ermordung und Vertreibung - nicht erreichen konnten. Sie haben im Gegenteil dazu geführt, daß sich die Spirale der Gewalt auf dem Balkan nur noch schneller dreht. Opfer und Leiden unter der Zivilbevölkerung mehren sich. Wir fürchten, daß die Handlungsmöglichkeiten und Perspektiven unabhängiger Gruppen und demokratisch orientierter Gegenkräfte in Jugoslawien noch stärker beeinträchtigt werden.

Der Weg des Krieges ist ein Irrweg. An die Bundesregierung und ihre NATO-Partner richten wir deshalb die Forderung, diesen Weg unverzüglich zu verlassen und so das Feld für eine Verhandlungslösung unter Führung der Vereinten Nationen freizumachen. Nötig ist jetzt außerdem eine europäische Flüchtlingspolitik, die den Geflohenen und Vertriebenen sichere Orte und neue Lebensperspektiven bietet. Beides ist mit Bomben nicht zu erreichen.


Bremen, 12.4.1999

Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V.
Regionalgruppe Bremen
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Letzte Änderung: 13.04.1999