Vortragsveranstaltung
Informatik-Forschung für den Krieg?
Ist es möglich, zivil zu forschen, ohne einen Beitrag zum Waffenbau zu leisten?
am 31. Mai 1995, 14.00 bis 18.00 Uhr
im Gästehaus der Universität Bremen
ca. 60 TeilnehmerInnen
In Zeiten sinkender Rüstungshaushalte wird nach neuen Wegen gesucht, die Forschung für militärische Ziele weiterhin auf hohem Niveau aufrecht zu erhalten. Mit dem sogenannten "Dual-Use"-Konzept werden militärische Interessen bereits bei der Themenfindung und Prioritätensetzung durchgesetzt. Angesichts dieser gewollten Durchmischung ziviler und militärischer Forschung stellt sich die Frage, ob es überhaupt noch möglich ist, ausschließlich für zivile Zwecke zu forschen. Sind wir als Informatikerinnen und Informatiker nicht ständig mit dem Militär konfrontiert? Kann nicht jeder Bilderkennungsalgorithmus, jedes computergestützte Hilfsmittel für Behinderte letztlich für den Krieg verwendet werden?
Dazu sprachen auf der Veranstaltung:
- Ingo Ruhmann (Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei einem Bundestagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen; Mitglied des FIFF Vorstands; Bonn):
"Analyse und Bewertung militärisch relevanter Forschung und Entwicklung im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie"
- Prof. Dr. Jürgen Friedrich und Prof. Dr. Otthein Herzog (Universität Bremen) nahmen aus Sicht ihrer Forschungsprojekte im Bereich Software-Ergonomie bzw. Expertensysteme Stellung zu der Frage, ob die Arbeitsergebnisse für kriegerische Zwecke mißbraucht werden können und welche Möglichkeiten es gibt, dieser Gefahr entgegenzuwirken.
Veranstalter:
Universität Bremen - Informatik-Kolloquium
FIFF - Regionalgruppe Bremen
Die WWW-Seiten der FIfF-Regionalgruppe Bremen werden betreut von Ralf E. Streibl und Frank Drewes
Letzte Änderung: 13.11.1998